16 Mai 2008

vorbeigeht

Wie ich aufblühe, wie schön ich auf einmal bin, wenn ich frei von depression bin
-wenn auch nur für ein paar stunden, einen tag
und wie sie mich nun wieder zurichtet,zeichnet.
schönheit kommt von innen.
Ich beginne den Ernst der Lage zu verstehen,
Weil ich jeden Tag mehr von diesem Leben sehe, das an mir vorbeigeht.

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einkaufen -traumloser schlaf .depression

ich möchte doch wenigstens die freiheit haben, mein leben zu gestalten
nicht nur wartend durch schwere starre gesichtszüge nach nirgendwo hindurchschauen
ich möchte einkaufen gehen können und wissen, erfahren und wahrnehmen, was ich mag.
das natürlichste der welt für die meisten, dinge als positiv, anziehend oder abstoßend, vielleicht sogar erschreckend und verstörend zu beurteilen.
doch das alles sagt mir nichts.
leer.
das scheint noch eines der geringsten problematischen auswirkungen einer depression zu sein, doch ist es das, was mich am zuverlässigsten ständig damit konfrontiert, dass ich nicht lebe.
ich sehe einen gegenstand, ein kleidungsstück und sehe wie es gemacht wurde
aber ist er auch noch so schön und würde ich ihn in normaler stimmungslage nicht mehr aus der hand geben wollen, ist er bedeutungslos und überfordert mich nur umso mehr durch die ahnung, dass ich seine bedeutung nicht spüre. und ich rede voerst nur von gegenständen, von vorzügen -allein schon von der frage, ob man lieber ein eis oder ein stück kuchen essen will.
ich weiß nicht, ich hab keinen bezug dazu und bin meilenweit entfernt von einem gefühl von hunger und müdigkeit,
weswegen ich so nie schlafen kann, nur liegen, im ständigen bewusstsein, dass dies ein traumloser harter flacher, fast ungeschehener schlaf ist, der nichts ändert. wie traumloser schlaf ist so auch der tag, der folgt.
ich möchte mein wesen sehen, spüren,
möchte nach meinem wesen, meinem sosein entscheiden können, auswählen, wege einschlagen,
klamotten kaufen.
ich möchte mich ausdrücken in wasauchimmer,
doch ist so nichts da, nichts. nur flach und weltdrumherum.
möchte wieder person sein.

und ich hatte gehofft, dass ich nach zwei stunden intensiven laufens die anstrengung spüren würde
auf die die entspannung folgt und das bewusstsein etwas getan zu haben
doch verschluckt sich alles selbst in leere.
nur der krampf im rechten bein bleibt übrig.

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14 Mai 2008

müdigkeit ist luxus .depression

der größte Wunsch, den ich habe
ist mein Leben pausenlos zu leben.
Stimmungen zu verfallen, und sie zu überwinden,
süßen Momenten nachzuhängen, mich ihnen hinzugeben,
mir Musik anzuhören, in ihr zu versinken,
mich selbst zu vergessen und doch intensiv wahrzunehmen.
und jeden Moment eine neue Chance auf Glück oder Trauer,
Freude oder Schmerz zu haben.
Ich will mein Leben nicht mehr verschwenden, nicht in der Leere schweben,
die mir die Jugend nahm.
mich den Atem anhalten ließ für über 2 Jahre.
Ich möchte weiteratmen, giere nach Luft, bewusster als jemals zuvor.
Nicht beim Einschlafen um das Aufwachen bangen
oder den Tag, in absoluter Apathie, nicht wach und nicht schläfrig zu sein.
müdigkeit ist luxus und hungergefühl,
'Hunger ist ein Zeichen des Körpers Hoffnung auszudrücken',
in meinem Fall zumindest.

Alltägliche Kleinigkeiten -wie sie mir fehlen!
Wie gerne ich mich mit menschlichen Problemen herumschlagen möchte.
Vom Liebeskummer verletzlich und angerührt über einer Tasse warmer Milch zu weinen.
oder ein Buch zu lesen und nachzuempfinden, zu reflektieren,
hinter die Buchstaben, den Autor selbst anzublicken.
Durchschlenderte Nächte voll Neugierde
und spannungsvolles Knistern, das zwischen zwei Fremden zuweilen entsteht.
Träumen nachhängen und Neuem nachgehen.
Immer wieder Neuem.
und vorallem Berührung zu spüren,
eine zarte ehrliche Berührung, ein Streichen über den Rücken, eine Umarmung, die beruhigt.
Was für ein Segen das sein muss, von hier aus betrachtet.

Nach 48 Stunden, in denen ich nicht schlafen wollte, um das Leben für keinen Moment unausgekostet aus den Augen zu lassen.
Das Brennen und Erstaunen, das in jeder Regung lag.
Das Glück, wieder ein eigenständiger Mensch zu sein
mit Bedürfnissen und Reaktionen
und Gefühlen, auch wenn sich diese mitunter ins Absurde und Bizarre verschlangen
und mir Inspiration bescherten.
Stoff für neue Träume und Geschichten,
die Gabe, einen Baum zu fühlen, während ich ihn male
und selbst mit dem Verschmelzen der Farben darin aufzugehen,
mich auf das Papier zu bringen,
mein Sehnen und Leiden, die Freude und Sanftmut
bis alles Lodernde in einem gleichmäßigen Glimmen endet
und nur noch die Stille übrig lässt,
die dieses Bild rund macht und mich heil.
und was für ein Glück es ist, die Welt nur annähernd so beschreiben zu können, wie man sie wahrnimmt.

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02 Mai 2008

müde

ich kenne kein problem.
außer ein "lebensbedrohliches".
das auslöscht was da ist.
und nichts zurück lässt.
es ist wie berstende trockene langeweile, die sich unverändert wie ein stück ausgetrockneter teig über tage ziehen kann ohne sich nur im geringsten zu verändern. mit fiebrigen grippeerscheinungen und diesem schmerz im brustkorb.
es ist ein luxus, dass es dinge geben könnte, die die menschliche stimmung verändern.
dinge, die freude machen
situationen, die melancholisch stimmen.
doch könnte das schönste und tollste passieren und meine mimik würde sich nicht verändern.
in mir würde sich nichts rühren.
alles gleich bleiben und ewig gleich.
und alles nur ein haufen alter haut, die die schlange schon längst von sich geworfen hat.
wo soll ich bleiben
was soll ich tun
außer
dazuliegen und zu warten, dass die zeit vergeht.
die welt tat sich vor mir auf und ich falle, entferne mich immer weiter von der spielfläche
bis sie sich wieder zusammenfügt.
wann wird das diesmal sein.
und immer und immer und immer gleich.


und sie stand auf und ging in die küche, sah zum fenster hinaus und ging ins bad, um sich gleich wieder umzudrehen und aufs sofa zuzusteuern. vielleicht waren es ein paar minuten, die sie da lag, bis sie wieder auftstand, nur um aufzustehen. nicht dazuliegen.
sie kann sich nie daran erinnern, wie es ist, Gefühle zu haben.
Es ist, als würden sich die Stimmen, die gerade noch um dich waren, immer weiter entfernen
bis du sie nur noch aus der Ferne
als ununterscheidbare flackernde Laute vernimmst
und sie schließlich ganz in der Nacht verschwinden.

abgeworfen, abgeschüttelt
wie eine faule Frucht vom Baum.

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